Die Diskussion über Linux und Windows ist so alt wie die beiden Systeme selbst. Aber sie ist heute relevanter denn je - denn mit jeder Windows-Version wächst die Zahl der Funktionen, die der Nutzer nicht abschalten kann, und die Menge der Daten, die Microsoft sammelt.

Kontrolle über das eigene System

Linux gehört dem Nutzer. Nicht im rechtlichen Sinne des Kaufs, sondern im praktischen Sinne: Jedes Verhalten des Systems lässt sich nachvollziehen, anpassen oder abschalten. Es gibt keine Telemetrie, die sich nicht deaktivieren lässt. Keine Zwangs-Updates, die den Rechner neu starten, während man arbeitet. Keine vorinstallierten Apps, die man nicht loswird.

Windows ist ein Betriebssystem, das zunehmend Interessen seines Herstellers verfolgt, die sich nicht mit den Interessen des Nutzers decken. Das ist keine Verschwörungstheorie - das ist Geschäftsmodell.

Sicherheit durch Transparenz

Open Source bedeutet, dass jeder den Code einsehen kann. Das klingt nach einem akademischen Vorteil, hat aber praktische Konsequenzen: Sicherheitslücken werden gefunden und gemeldet, oft bevor sie ausgenutzt werden. Es gibt keine versteckten Hintertüren, die man nicht entdecken könnte. Die Community ist groß, aktiv und hat ein echtes Interesse daran, Probleme zu finden.

Windows ist Closed Source. Man muss Microsoft vertrauen, dass der Code das tut, was er tun soll - und dass er nichts anderes tut. Dieses Vertrauen wird regelmäßig auf die Probe gestellt.

Stabilität und Langlebigkeit

Linux-Server laufen jahrelang ohne Neustart. Das ist keine Übertreibung - es ist Alltag. Die meisten Server im Internet laufen auf Linux, und das nicht aus Tradition, sondern weil es funktioniert. Kernel-Updates können in vielen Fällen ohne Neustart eingespielt werden.

Für den Desktop-Einsatz bedeutet das: Kein "Windows muss jetzt neu starten" mitten in der Arbeit. Keine halbjährlichen Feature-Updates, die das System verlangsamen oder Einstellungen zurücksetzen.

Ressourceneffizienz

Linux läuft auf alter Hardware. Ein Rechner, der mit Windows 11 nicht mehr offiziell unterstützt wird, kann mit einer leichtgewichtigen Linux-Distribution noch Jahre produktiv betrieben werden. Das ist gut für den Geldbeutel und gut für die Umwelt.

Wer einen Heimserver oder eine NAS betreiben will, hat mit Linux die volle Kontrolle über jeden laufenden Prozess und jeden verbrauchten Megabyte RAM.

Kaufmännischer Wert

Linux ist kostenlos. Nicht kostenlos mit Einschränkungen, nicht kostenlos für den ersten Monat einfach kostenlos. Für Unternehmen, die viele Maschinen betreiben, ist das ein erheblicher Posten in der Kostenkalkulation. Hinzu kommen geringere Lizenzkosten für Server-Software, da viele Open-Source-Alternativen zu kommerziellen Windows-Produkten existieren und produktiv eingesetzt werden.

Ein gut eingerichtetes Linux-System hat außerdem eine deutlich niedrigere Angriffsfläche als ein Standard-Windows-System - was Kosten für Sicherheitsvorfälle reduziert, die schwer zu messen, aber real sind.