Linux hat den Ruf, etwas für Spezialisten zu sein. Dieser Ruf stammt aus einer Zeit, in der das stimmte. Heute ist er falsch - zumindest für die gebräuchlichsten Desktop-Distributionen.

Die richtige Distribution wählen

Für einen Einstieg ohne Vorkenntnisse sind Ubuntu, Linux Mint oder Fedora die naheliegenden Optionen. Linux Mint ist dabei oft die empfehlenswerteste Wahl für Windows-Umsteiger: Die Oberfläche ist vertraut, die Installation ist geführt, und es gibt kaum etwas, das man falsch machen kann.

Wer einen alten Rechner wiederbeleben will, ist mit Xubuntu oder Linux Lite gut bedient - leichtgewichtige Systeme, die auf Hardware laufen, die Windows 11 längst aufgegeben hat.

Was die Installation braucht

Einen USB-Stick mit mindestens 8 GB, einen Rechner und etwa 30 Minuten Zeit. Das ISO-Image der gewählten Distribution wird heruntergeladen, mit einem Tool wie Balena Etcher auf den USB-Stick geschrieben, und dann bootet man davon. Die meisten Distributionen bieten dabei die Möglichkeit, das System erst auszuprobieren, bevor man es installiert - das ist eine gute Gelegenheit, sich zu orientieren.

Die Installation selbst folgt einem geführten Prozess: Sprache wählen, Zeitzone festlegen, Festplatte auswählen, Benutzerdaten eingeben. An keinem dieser Schritte braucht man Spezialkenntnisse.

Was man danach hat

Ein vollständig eingerichtetes System mit Browser, Office-Anwendungen, Mediaplayer und E-Mail-Client - alles dabei, nichts extra zu kaufen. Software wird über einen zentralen App-Store oder Paketmanager installiert, was sicherer ist als das Herunterladen von Programmen aus dem Internet.

Updates kommen regelmäßig, sind aber leise. Sie passieren im Hintergrund oder dann, wenn man es möchte - nicht dann, wenn der Rechner gerade gebraucht wird.

Was es einem bringt

Zunächst: Kontrolle. Man entscheidet, was auf dem Rechner läuft, was er sendet und wie er aussieht. Wer einmal ein System ohne Werbung in der Taskleiste, ohne zwangsweise Microsoft-Account-Anmeldung und ohne ungewollte Datensammlung benutzt hat, will nicht zurück.

Dann: Kosten. Linux selbst kostet nichts, und die Software-Ökosysteme rund darum sind in den meisten Bereichen vollständig kostenlos und gut genug für den täglichen Einsatz.

Und schließlich: Langlebigkeit. Hardware, die von Microsoft aufgegeben wurde, läuft unter Linux oft noch Jahre problemlos weiter. Das ist nicht nur wirtschaftlich — es ist auch eine Form von Unabhängigkeit von Upgrade-Zyklen, die mehr dem Hersteller nützen als dem Nutzer.